Der interventionelle PDA-Verschluss mittels Katheter (PDA-Embolisation)

 

 

In der Therapie des PDA hat der interventionelle Verschluss mittels Katheter mittlerweile den chirurgischen Verschluss mit Eröffnung des Brustkorbs weitestgehend verdrängt. Nur in Ausnahmefällen (zu kleiner Patient, ungünstige Form der PDA-Ampulle) sollte heutzutage noch auf die klassische chirurgische Technik zurückgegriffen werden. In der Regel ist ein Katheter-Eingriff bei Hunden mit einem Körpergewicht über 3 kg sehr gut möglich.

 

Ablauf eines Katheter-Eingriffs

 

Nach Einleitung der Narkose wird der Patient an der Schenkelinnenseite rasiert und anschließend desinfiziert. Der Zugang erfolgt über die große Beinarterie (Femoralarterie), über die der Katheter via Hauptschlagader direkt zum PDA vorgeschoben wird. Dort angekommen, wird unter Durchleuchtung (eine Art Röntgen mit bewegten Bildern) über den Katheter Kontrastmittel in die Hauptschlagader gespritzt (Angiographie), um die genaue Lage und Form des PDA bestimmen zu können. Danach werden Art und Größe des Verschluss-Systems gewählt. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene Systeme, wobei in der Tiermedizin überwiegend Coils (s. Abbildung oben links) oder Amplatzer-Duct-Occluder (s. Abbildung unten, Bild von Infiniti Medical zur Verfügung gestellt) verwendet werden.

Amplatzer Duct Occluder

Nachdem das entsprechende System ausgewählt wurde, kann der Verschluss-Device in den Katheter eingeführt und so an die vorhergesehene Stelle im PDA vorgeschoben werden. Sitzt der Verschluss-Device an der richtigen Stelle, wird er vom Einführungssystem abgelöst, er muss jetzt von sich aus in der richtigen Position bleiben. Anschließend wird eine erneute Angiographie durchgeführt. Hiermit wird sichergestellt, dass der PDA auch komplett verschlossen ist. Ist dies der Fall, kann der Katheter entfernt werden. Zum Abschluss werden die Femoralarterie verschlossen und die Wunde vernäht. Das war´s schon! Im folgenden können Sie einige Bilder einer Coil-Embolisation sehen.

 

 

 

 

 

Coil-Embolisation

Die Schenkelinnenseite ist ausrasiert. Vor der Desinfektion wird die Lage der Femoralarterie anhand ihres Pulsierens gefühlt.

 

Die Femoralarterie wurde freipräpariert. Der Katheter kann jetzt in das Gefäß eingeführt werden.

 

Ein Katheter wurde in die Femoralarterie eingeführt. Dieser wird unter Durchleuchtung über die Hauptschlagader bis in den PDA vorgeschoben.

 

In der Durchleuchtung kann der Katheter mit dem Embolisations-Coil dargestellt werden. Der Coil selbst hängt noch am Einführungs-Draht. Zu diesem Zeitpunkt könnte der Coil immer noch in den Katheter zurückgezogen werden. Von Hand eingezeichnet sind Lage und Form des PDA, wie sie vorher in der Angiographie bestimmt wurden. (Zum Vergrößern Bild mit linker Maustaste anklicken)

Im Bild links wurde der Coil vom Einführungs-Draht abgelöst. Er bleibt selbstständig im PDA. Nach etwa 10 Minuten wird erneut eine Angiographie durchgeführt, um den Verschluss zu testen. In diesem Fall kann kein Kontrastmittel mehr durch den PDA fliessen, es prallt vollständig an der Embolisations-Spirale ab und füllt die PDA-Ampulle. Der PDA ist vollständig verschlossen. (Zum Vergrößern Bild mit linker Maustaste anklicken)

Eine kleine Hautnaht ist alles, was noch von dem Eingriff nach aussen hin sichtbar ist! Aber auch diese wird verschwinden...

So sieht ein Coil im Röntgen aus.
So sieht ein Coil im Röntgen aus.

Amplatzer Duct Occluder